Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden (FSME, Borreliose)

FSME - Krankheitsbild, Therapie, Übertragungswege

Bei der FSME handelt es sich um eine Entzündung des Zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark, Hirnhäute), zu der es etwa 1 bis 4 Wochen nach Ansteckung kommt. Die meisten Infektionen verlaufen ohne oder nur mit leichten, meist grippeähnlichen Krankheitssymptomen. In schweren Fällen kann es zu Lähmungen oder anderen Funktionseinschränkungen des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) kommen. Tödliche Verläufe sind vergleichsweise selten.

Die Therapie erfolgt symptomatisch und orientiert sich an den Krankheitszeichen.

Auslöser sind Viren, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen werden. 

 

 

Borreliose - Krankheitsbild, Therapie, Übertragungswege

Bei der Borreliose handelt es sich um eine chronische verlaufende Infektion mit Borrelien (Bakterien), die ebenfalls durch den stich einer infizierten Zecke übertragen werden. Die Erkrankung wird in verschiedene Stadien eingeteilt, die durch jeweils charakteristische Krankheitszeichen gekennzeichnet ist.

  • Stadium 1: etwa 1 bis 6 Wochen nach dem Zeckenstich entsteht um die Stelle eine sich langsam vergrößernde Rötung, die innen wieder abblasst (Wanderröte, Erythema chronicum migrans).
  • Stadium 2: Entzündungen des zentralen Nervensystems, des Herzmuskels oder der Gelenke.
  • Stadium 3: degenerative Hautentzündung, Entzündungen des zentralen und des peripheren Nervensystems. 

Krankheitssymptome sind aber stets variabel; es müssen nicht zwangsläufig alle Krankheitsstadien durchlaufen werden. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. 

 

 

Vorbeugung

Gegen FSME steht eine Impfung für alle Altersgruppen ab einem Mindestalter von einem Jahr zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission (StIKO) empfiehlt Impfungen allen Personen, die in Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind.

Gegen die Borreliose hingegen kann man sich nicht impfen lassen. 

 

Daher kommt dem allgemeinen Schutz vor Zeckenstichen große Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere auch für Personen ohne bzw. ohne ausreichenden Impfschutz: 

  • Waldwege benutzen, nicht querfeldein durch das hohe Gras laufen
  • geschlossene Kleidung tragen (Hosen mit langen Hosenbeinen, Schuhe, Kopfbedeckung, Kniestrümpfe)
  • Mittel verwenden, die Insekten vertreiben ("Mückenabwehrmittel", sogenannte Repellentien)
  • nach einer möglichen Exposition (z.B. einem Waldspaziergang) den unbekleideten Körper nach Zecken absuchen
  • Zecken zügig entfernen, und zwar ohne diese zu quetschen. Vorsichtshalber sollte die Wunde desinfiziert und in den kommenden Tagen und Wochen beobachtet werden. Im Falle von Rötung und Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

gesetzliche Regelungen

  • Die FSME unterliegt einer gesetzlichen Meldepflicht nach § 7 IfSG
  • Die Borreliose ist seit dem 01.03.2013 in Bayern (nicht-namentlich) meldepflichtig (Verordnungstext).
    Nähere Informationen zur Meldepflicht sowie das Meldeformular finden Sie 
    hier.
  • FSME und Borreliose wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Für erkrankte Personen bestehen daher keine gesetzlichen Einschränkungen beim Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen (§ 34 Abs. 1 IfSG) oder bei Tätigkeiten im Lebensmittelbereich. 

 

 

FSME-Situation in Deutschland und in Bayern, FSME-Risikogebiete

 FSME-Fälle je Region:

Jahr DeutschlandBayern Neustadt/WNWeiden
 201142417841
 20121959060
 201342017690
 201426412220
 201521912841
 2016347159 31

 

(Datenquelle: RKI, SurvStat, Abfragedatum 10.04.2017) 

 

Die ursprüngliche Definition der FSME-Risikogebiete (zwischen 1986 und 2005 innerhalb eines Jahres mindestens 2 oder innerhalb einer 5-Jahresperiode mindestens 5 FSME-Erkrankungen) oder der Hochrisikogebiete (Risikogebiete, mit mindestens 25 FSME-Erkrankungen in einer 5-Jahresperiode zwischen 1986 und 2005) ist überholt. Neuerdings werden bei der Festlegung von Risikogebieten 

  • die Erkrankungszahlen auf die Einwohnerzahl des Kreises bezogen und
  • der jeweilige Kreis zusammen mit benachbarten Kreisen betrachtet (Kreisregion)

(siehe hierzu die Veröffentlichung des RKI im Epidemiologischen Bulletin 18/2013). Durch die neue Definition ist auch das Gebiet der Stadt Weiden i.d. OPf. als Risikogebiet eingestuft. 

 

Weiterführende Informationen:

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 10.04.2017